
Massiver Rückgang der Auftragseingänge im Hochbau.
DIP-Partner Aengevelt Immobilien vermeldet, dass die Auftragseingänge im April im gewerblichen und industriellen Hochbau um 29,5 % und im öffentlichen Hochbau um 32,3 % gegenüber dem Vormonat zurückgegangen sind. Da die Auftragseingänge den zuverlässigsten Frühindikator der Bautätigkeit darstellen, ist somit folglich auch in eineinhalb bis zwei Jahren ein entsprechender Rückgang der Fertigstellungen von Gewerbe- und Industrieimmobilien zu erwarten.
Das Statistische Bundesamt meldet Ende Juni 2026, dass der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im April unverändert zum Vormonat geblieben ist. Nach Analysen von Aengevelt Research ist das aber ausschließlich darauf zurückzuführen, dass die Auftragseingänge im Tiefbau aufgrund des allmählich wirksam werdenden Infrastrukturpakets der Bundesregierung um 6,5 % anstiegen, während in den meisten Segmenten des Hochbaus die Auftragseingänge dagegen zurückgegangen sind.
Im Wohnungsbau war im April 2026 gegenüber dem April 2025 immerhin noch eine Steigerung der Auftragseingänge um 8,9 % auf 1,882 Mrd. Euro zu verzeichnen. Das kontrahierte Volumen entspricht aber einem Rückgang um 8,5 % gegenüber dem Vormonat, so dass der leichte Aufschwung im Wohnungsbau bereits wieder an Momentum zu verlieren droht.
Zu regelrechten Einbrüchen kam es dagegen im gewerblichen und industriellen Hochbau sowie bei Hochbauten für Körperschaften des öffentlichen Rechts:
- Ein Auftragseingang für Gewerbebauten von 1,750 Mrd. Euro entspricht einem Rückgang um 29,5 % gegenüber März 2026 und um 13,6 % gegenüber April 2025.
- Bei den Hochbauten für Körperschaften des öffentlichen Rechts gab es gegenüber dem Vormonat sogar eine Reduzierung um 32,3 % auf 579 Mio. Euro.
- Lediglich bei den Hochbauten für Organisationen ohne Erwerbscharakter war ein leichtes Plus zu verbuchen (+1,2 % auf 645 Mio. Euro).

Fazit:
Dr. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter des DIP-Partners Aengevelt Immobilien: „Die komplexen wirtschaftlichen Verwerfungen aufgrund des Irankriegs und die weiterhin schwächelnde Konjunktur haben dazu geführt, dass geplante Bauaufträge verschoben oder sogar ganz gestrichen wurden. Insbesondere im gewerblichen Hochbau wird derzeit vielfach von Kapazitätserweiterungen abgesehen. Aber auch die öffentliche Hand leidet so stark unter Budgetengpässen, dass der öffentliche Hochbau seine stabilisierende Wirkung verliert. Die aktuell zu beobachtenden Rückgänge bei den Auftragseingängen im Bauhauptgewerbe werden sich entsprechend in eineinhalb bis zwei Jahren in zurückgehenden Fertigstellungs- und Transaktionszahlen niederschlagen.“